Was macht eigentlich der Zoll am Flughafen München?
Schmuggel aufdecken!
Koffer voller Zigaretten, LSD-Trips die nur so aussehen, mit Klebeband verpackte, lebende Schildkröten (siehe Abbildung). Menschen mit Pass oder auch ohne. Der Pass: Total gefälscht, nur verfälscht, erschlichen durch falsche Angaben oder echt und auch rechtmäßig ausgestellt? Die Fluggäste: Wer ist Schmuggler, gesuchter Krimineller oder Terrorist? Wer ist geschäftlich unterwegs, wer touristisch? Ist der Schutz suchende Asylbewerber wirklich politisch verfolgt oder nur ein Straftäter, der sich der polizeilichen Verfolgung in seinem Heimatland entziehen will?
Bei Millionen Reisenden ist das eine Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Ein tägliches Puzzle, das richtig zusammengesetzt werde muss. Unter Zeitdruck, den kritischen Augen der Öffentlichkeit und juristisch einwandfrei.
Bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität arbeiten Zoll und Bundespolizei -beides Bundesbehörden- eng zusammen.
Rauschgift, Waffen, Zigaretten, Geldwäsche, Artenschutz und viel mehr: Langeweile ist ein Fremdwort beim Zoll
Koffer voller Zigaretten aus Russland, billig aber nicht ungefährlich
Neun Euro für eine Stange (200 Stück) Zigaretten ist schon ein Schnäppchen, wenn man bedenkt was die Glimmstängel hier zu Lande kosten. Deshalb werden handelsübliche Gepäckstücke mit bis zu 100 Stangen Zigaretten befüllt. Die eingeschmuggelte Ware wird von fliegenden Händlern im Straßenverkauf abgesetzt oder in größeren Mengen an Kioske und Gaststätten verkauft. Die Billigkippen aus Osteuropa sind oft strahlenbelastet und chemisch behandelt. Der russische Angriff auf die Ukraine behindert das einträgliche Geschäft seit 2022 erheblich. Keine Direktflüge aus Russland bedeutet auch keine Koffer voller Schmuggelzigaretten nach Mittel- und Südeuropa.
LSD-Trips?
Nein! Nicht nur Homer Simpson wirkt überrascht. Es ist 25C-NBOMe, eine psychotrope Substanz, die als LSD verkauft wird. Weil in der Herstellung sehr billig, erhöht sich der Gewinn für die Händler. Für die Konsumenten ein hohes Risiko, 25C-NBOMe ist potentiell tödlich. Die Drogen, auf das aus Pappe gefertigte Bild von Homer Simpson geträufelte Säure, waren nur in einen Briefumschlag gesteckt und mit der Post aus Kanada verschickt worden. Die Absender rechneten wohl damit, dass die Briefpost nicht vom Zoll kontrolliert wird. Ein Irrtum.
Im Schichtdienst:
Zoll, Bundes- und Landespolizei, die Fluggastkontrolle (SGM), sowie verschiedene Sicherheitsdienste stehen bereit. Sie alle arbeiten hart, für zu wenig Geld und oft mit schwieriger Kundschaft. Sie sehen hinter die glitzernde Fassade des Großflughafens: Die Politikerin, die Inlandsflüge verbieten will, aber selber regelmäßig nutzt. Der 82-jährige Bangkok-Tourist mit Kondomen und Viagra-Pillen im Toilettenbeutel, gleich neben seinen Herztabletten. Oder der englische Hooligan, der in München Asyl beantragt, weil er in seiner Heimat wegen Randalierens im Fußballstadion polizeilich gesucht wird. Nicht alles ist zum schmunzeln, aber alles ist menschlich.
..auch der Zoll ist jetzt blau
Im Jahr 2018 endete eine Epoche in der Bundeszollverwaltung. Die 1972, anlässlich der Olympiade in München, eingeführte Dienstkleidung war grün und betont zivil. Man verzichtete sogar auf Dienstgradabzeichen. Ziel war es damals, möglichst keinen martialischen Eindruck zu erwecken um den Olympia-Besuchern aus aller Welt schon bei ihrer Einreise das friedliche, entmilitarisierte Gesicht Deutschlands zu zeigen.
Die neue, blaue Uniform hat wieder Rangabzeichen und kommt wesentlich schnittiger als das alte "Grünzeug" daher. Sie soll den Träger als Amtsperson klar erkennbar machen und vielleicht auch den in letzter Zeit verloren gegangenen Respekt gegenüber Staatsbediensteten ein bisschen zurück bringen.
Damals am alten Flughafen München-Riem: Zollfahrzeuge der achtziger Jahre:
Betont zivil und außergewöhnlich hässlich
VW-Kombi Baujahr 1984 mit eingebauter Zollhundebox. Extra für den Einsatz am Flughafenvorfeld in oranger Signalfarbe.